Lebendtier-Transporte im Fokus
Vion Zucht- und Nutzvieh legt großen Wert auf Einhaltung der Richtlinien

Die Vion Zucht- und Nutzvieh hat alle eigenen und Speditionsfahrer mit Leitfäden für Tiertransporte ausgestattet. Diese gelten für Rinder- und Schweintransporte. Die Einhaltung hat für Vion Priorität und das aus gutem Grund: Nicht allein die Schlachtreife darf darüber entscheiden, wann Rinder und Kühe auf den Transporter geführt werden, sondern auch, dass sie gesund sind. Die Regeln für den korrekten und tiergerechten Transport hat Vion nun in jeweils einem „Leitfaden Rindertransport“ und „Leitfaden Schweinetransport“ zusammengefasst (siehe Anhang zu diesem Beitrag) und stellt diese allen Fahrern zur Verfügung. Auf dem 700 Hektar großen Rinderhof von Jens Beckmann in Padenstedt sind bald 1.000 Tiere, die bei ihm aufwachsen oder Milch geben (250 Kühe plus 100 im Neubau). Das Thema Rindertransport beleuchten wir mit der nachfolgenden Reportage.

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In den großen Offenställen haben Kühe, Jungbullen, Färsen und Kälber reichlich Platz und alle ihren eigenen Bereich. Jeden Tag streut Jens Beckmann frisches Stroh in die Liegebuchten. „Mein Ziel ist es, gesunde Tiere zu verkaufen.“ Nun ist es nicht so, dass bei ihm nicht mal ein Rind erkrankt, dann kommt es aber gleich in einen separaten Strohstall und wird hochgepäppelt. „Mein Wellness-Bereich“, sagt der Bauer. Auch seine Kühe erfahren in ihren letzten zwei Monaten auf dem Beckmannschen Hof eine besondere Pflege auf Stroh: „Mein Ziel ist es, die Kühe alt zu kriegen.“ Dreieinhalb bis vier Laktationen stehen sie bei ihm im Schnitt. Dann stellt er sie trocken und mästet sie noch einmal mit gutem Futter. Der Schleswig-Holsteiner rechnet kühl: „Die Tiere erreichen dann die nächsthöhere Handelsklasse, das ist doch ökonomisch. Nichts ist schlimmer, als eine magere Kuh zu verkaufen.“

So etwas hört Dr. Heinz Schweer gern. Der Landwirtschaftsexperte achtet nicht nur auf den Tierschutz bei seinen Lieferanten, sondern für Vion ist es auch wichtig, dass die Kühe mit ordentlichem Fleischanteil angeliefert werden. „Die Tiere sind einfach besser zu vermarkten“, sagt er. Und noch wichtiger ist, dass keine kranken Tiere zum Schlachthof transportiert werden. „Nicht jede fiebrige Kuh erkennt man beim Aufladen, da muss man auch mal zum Thermometer greifen“, gibt Tierarzt Dr. Sassen zu bedenken.

Vieheinkäufer Krumrey sieht sofort, wenn etwas mit den Tieren nicht stimmt: „Hängende Köpfe, dicke Augen, ein lahmendes Tier – da wissen wir sofort, dass die Kuh krank ist. Die nehmen wir auch gar nicht mit.“ Sassen bestätigt aus seinen Erfahrungen der vergangenen 13 Jahre in Schleswig-Holstein und den Aufzeichnungen, dass die Mängel und Erkrankungen zurückgegangen sind. „In der Masse kommen am Schlachthof gesunde Tiere an.“ Dass es immer weniger Extremfälle gibt, mag aber auch an den schärferen Kontrollen von Veterinären und Polizei liegen. „Wir im Kreis Segeberg kontrollieren ca. 70 bis 80 Tiertransporte pro Jahr – auf den Autobahnen von Dänemark nach Süden, aber auch auf den Zufahrten zu den Schlachthöfen oder direkt nach einer Abholung vom Bauern. Wenn Dr. Sassen dabei keine kranken Tiere auf dem Lkw entdeckt, ist er „einfach nur glücklich“.

Nicht erst seit Krumreys Fahrer den Vion-Leitfaden im Führerhaus haben, achtet dieser besonders auf Tierschutz und Tiergesundheit vor dem Transport: „So werden im Regelfall nur gesunde Tiere transportiert.“ Ohne Befähigungsnachweis und regelmäßige Schulungen kommt bei Krumrey sowieso kein Fahrer auf den Bock. Das Beste sei ohnehin eine landwirtschaftliche Ausbildung, die Leute müssen schon den Umgang mit Tieren gewohnt sein. Und bevor Beckmann seine Rinder auf den Transporter lässt, schauen sich die Männer den Lkw noch einmal genau an. Dr. Sassen bestätigt, dass man bei den Kontrollen natürlich auch den Zustand der Fahrzeuge in Augenschein nimmt. Keine scharfen Kanten und eine gute Belüftung, das ist Standard. Der Wagen vor der Rampe hat gerade einen neuen und besonders rutschfesten Boden erhalten. Die Rinder haben es nicht nur bei Beckmann auf dem Hof in Padenstedt gut, sondern auch auf ihrer Fahrt zum Schlachthof nach Bad Bramstedt. Das ist sicher.

Flyer Transport Schwein
Flyer Transport Rind