Strenge Verhaltensmaßregeln
Wertschöpfung von der Aufzucht bis zur Mast

Christoph Beth hat einen scharfen Schnitt gemacht. Der Gesellschafter des landwirtschaftlichen Produktionsbetriebs Engel KG beschloss vor zwei Jahren, noch radikaler als zuvor auf Hygiene zu setzen. Vor allem die Ferkelproduktion gestaltete er völlig neu. Er baute in Viehorn auf dem platten Land zwischen Itzehoe und Neumünster einen hochmodernen Stall weit entfernt von anderen Höfen, um mögliche Infektionskrankheiten für die kleinen Ferkel vollständig zu eliminieren.

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Strenge Verhaltensmaßregeln – wie Duschen vor jedem Betreten der Anlage – machten es möglich, dass er bei den bis zu 28 Tage alten Tieren nur mit einer vorbeugenden Circo-Impfung auskommt. Im Normalfall sind bis zu vier Spritzen für die Kleinen üblich. „Ausnahmen gibt es bei mir nicht“, sagt der 31-jährige Landwirtschaftsmeister. „Jeder Besucher muss unter die Brause, ob Tierarzt, Mitarbeiter oder Elektriker.“

Die musterhafte Sauberkeit zahlt sich aus. Beths 400 Sauen sind erstaunlich leistungsstark und werfen durchschnittlich pro Jahr 35 Ferkel, von denen es stolze 31,6 zur eigenen Ferkelaufzucht schaffen – trotz Antibiotikaverzicht. Nach sieben bis acht Wochen wechseln sie dann in den Maststall.

Natürlich sieht die Bilanz auch deshalb so gut aus, weil das genetische Material stimmt. Beth ist Kunde von PIC-Deutschland, dem Partner von Zucht und Nutzvieh (ZuN) in der Schweineproduktion. Seit den achtziger Jahren kooperieren die Vion-Tochter und das weltweit führende Zuchtunternehmen bei Schweinen. Vion Zucht- und Nutzvieh ist der Hauptvertriebspartner der PIC in Deutschland.

Zwar gehört die Engel KG nicht zu den ganz großen Schweineproduzenten, Beth führt aber einen höchst erfolgreichen Musterbetrieb. Jährlich erzeugt er 13.000 Ferkel. Nach der eigenen Ferkelaufzucht mästet er anschließend rund die Hälfte des Bestandes selbst, die andere Hälfte verkauft er über die Vion Zucht- und Nutzvieh an einen Mäster aus der Nähe von Schleswig. Er selbst produziert pro Jahr 6.000 bis 7.000 Mastschweine. „Bei mir steht der Qualitätsgedanke im Vordergrund“, erläutert der Landwirt. „Der Markt belohnt Edelteile wie Schinken und Lachse.“

Die Vion Zucht- und Nutzvieh begleitet Beth bei der gesamten Verwertungskette als Partner. Sie vermittelt den Samen, bringt neue Jungsauen, holt einen Teil der Ferkel nach der Aufzucht ab und bringt sie zum Geschäftspartner bei Schleswig, der dann die Tiere schlachtreif mästet. Schließlich fährt ZuN vor, um die bei Beth verbliebenen Mastschweine abzuholen, wenn sie ihr Schlachtgewicht von rund 120 Kilo erreicht haben. Dann geht es zu den norddeutschen Vion-Schlachthöfen Zeven und Perleberg. Dazu kommt die intensive und kompetente fachliche Betreuung. Christoph Beth profitiert von der gesamten Wertschöpfungskette unter dem Dach des Vion-Konzerns und der Vernetzung des Fleischunternehmens Vion Food mit dem Lebensmitteleinzelhandel.

Der Landwirt nimmt am Regionalprogramm „Unser Norden“ von coop teil und macht auch bei der „Initiative Tierwohl“ mit. Der junge Familienvater lässt die gerade geborenen männlichen Ferkel unter Betäubung kastrieren und gibt den Muttersauen mit ihrem Nachwuchs mehr Raum als gesetzlich vorgeschrieben. Damit erfüllt er Kriterien der Initiative. Doch für Beth sind andere Maßnahmen viel wichtiger. Aus seiner Sicht muss der Handel aufhören, mit Sonderangeboten beim Fleisch die Käufer anzulocken. „Erst dann hat die Initiative eine echte Chance.“

Einen solchen Musterbetrieb hat die ZuN gern als Kunden auf der Liste. ZuN-Geschäftsführer Dr. Holger Looft kommt bisweilen auf eine Stippvisite vorbei, um mit dem jungen Gesellschafter der Engel KG über Zusammenarbeit und neue Perspektiven zu reden. Der ZuN-Manager kennt den Betrieb gut. Beths Großvater Joachim Engel hat als Pionier mit einigen Partnern vor Jahrzehnten die Kooperation mit der PIC begonnen. Schon damals lag ein Schwergewicht auf dem Hygiene-Management.

Die Entwicklung bleibt nicht stehen. Inzwischen vermarktet PIC über zwei Millionen Zuchttiere weltweit und die Vion Zucht- und Nutzvieh profitiert als der Hauptpartner in Deutschland vom rasanten Zuchtfortschritt. „PIC ist im Augenblick dabei, eine Resistenz bei Schweinen gegen den PRRS-Virus zu erzeugen“, erzählt Dr. Looft. Christoph Beth, der ein Übergreifen der gefährlichen Atemwegserkrankung auf seinen Bestand auf jeden Fall verhindern will, hört interessiert zu. Er ist froh, mit ZuN ein verlässliches Unternehmen an seiner Seite zu wissen, das die Zukunft im Blick hat.