So funktioniert Logistik mit lebenden Tieren
Vion Zucht- und Nutzvieh und Vion Farming – sichern den Nachschub

Vion schlachtete im vergangenen Jahr mehr als 16 Millionen Schweine und 921.000 Rinder. Beeindruckende Zahlen, die nur erreicht werden können, wenn auch genügend Tiere angeliefert werden. Woher kommen sie und wie schafft es Vion kontinuierlich, die geforderte Qualität zu liefern? In diesem Bericht haben wir die beiden Organisationen in Deutschland und den Niederlanden unter die Lupe genommen. Die Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH gilt in Deutschland als „grünes Herz“ des Unternehmens. Vion Farming sorgt in den Niederlanden für Nachschub. Denn eins ist klar: Lieferengpässe bedeuten Stillstand in den Schlachthöfen. Und den darf es nicht geben.

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ZUCHT- UND NUTZVIEH IN DEUTSCHLAND

Als Standortleiter der Vion Zucht- und Nutzvieh in Neumünster hat Harald Sachau ganz Schleswig-Holstein im Griff. Allein ist das nicht zu schaffen. Sachau ist Teamplayer. Drei Mann regeln den Ein- und Verkauf Schlachtvieh, drei weitere Kollegen decken den gesamten Nutzviehbereich ab. Stallmeister und Lkw-Fahrer machen das Team komplett.

Der Schlüssel zum Erfolg ist auch hier der persönliche Kontakt zu Händlern, Viehverwertern und Genossenschaftsvertretern. Seit mehr als 30 Jahren ist Sachau jetzt im Viehgeschäft – das verbindet und schafft ein wertvolles Netzwerk. Und nur so kann er auch die Rohware anliefern, die „sein“ Schlachthof in Bad Bramstedt braucht: mehr als 70.000 Schlachtrinder im Jahr. Hinzu kommen noch 600 bis 700 Nutzkälber, bis zu 200 Futterbullen und gut 100 Milchkühe pro Woche. All das bewegt er mit seinem Team und ist dabei auf zusätzliche Hilfe angewiesen.

In Schleswig-Holstein bedient sich die Vion Zucht- und Nutzvieh eines einzigartigen Systems. Der Vieheinkauf läuft ausschließlich über sogenannte Vertrauensmänner (VM). Diese arbeiten wie freie Handelsvertreter und sind die entscheidenden Ansprechpartner für das Vion-Team in Neumünster. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Sachaus Team betreut die VMs sehr fürsorglich.

Jeder seiner Mitarbeiter ist mit diesen wichtigen Viehvermittlern mehrfach täglich im Kontakt. Nur so sind die Zahlen zu schaffen, die von dem Vion-Schlachthof im Norden erwartet werden. Die Zukunft macht ihm aber keine Sorge, sondern er ist zuversichtlich, dass sich das Rindergeschäft weiter stabil entwickelt.

Das Gleiche hofft auch sein Kollege Martin Sütterlin in Einbeck für den Schweinefleischmarkt. Das Geschäft ist anders, es ist internationaler geworden, die Anforderungen an die Tiere sind unterschiedlicher als beim Rind. Sütterlin leitet die Region Südost der Vion Zucht- und Nutzvieh.

Die Zahlen sind beeindruckend. Einbeck erfasst 9.500 Schweine, 4.500 Ferkel und 50 Schlachtsauen – pro Woche. Anders als bei seinem Rinderkollegen Sachau in Neumünster beliefert Sütterlin vier Vion-Schlachthöfe: Altenburg, Emstek, Crailsheim und Perleberg. Die Infrastruktur in Einbeck ist beeindruckend. Zehn Lkws (fünf Sattelauflieger und fünf Anhängerzüge) koordiniert das Team. Hinzu kommen noch einmal 25 Touren in der Woche, die von Speditionen bewegt werden.

GOOD FARMING IN DEN NIEDERLANDEN

Der Tag von Joris van Beers beginnt am frühen Morgen und ist vollgepackt mit Meetings, Kontrollen im Schlachthof und Netzwerkpflege mit Landwirten, Veterinären und Futtermittellieferanten. Spannend wird es immer, wenn sein Telefon klingelt und er zu einem sogenannten „Extended Slaughter Check“ gerufen wird. Er kann sicher sein, dass es dann bei einem oder mehreren Tieren Auffälligkeiten gegeben hat, und denen geht Joris mit seinem Team jetzt auf den Grund. „Wir legen bei diesen Extended Slaughter Checks viel Wert auf Transparenz. Nachdem wir die Daten des auffälligen Schlachtkörpers genau angesehen haben, laden wir Landwirt, Züchter und Veterinär ein, um die Situation ausführlich zu besprechen.“ Alle Beteiligten bekommen im Anschluss das Papier und haben so eine dokumentierte Basis, um für die Zukunft Fehler abzustellen. Joris ist stolz auf diesen Prozess: „Das gibt es so nur bei Vion. Wir erreichen damit, dass nachhaltig gesündere Tiere geliefert werden und wir weniger Unterbrechungen am Schlachtband haben.“

Damit genau das dauerhaft funktioniert, arbeitet Joris eng mit seinem Kollegen Tonnie Cornelissen zusammen. Er ist einer von insgesamt 17 Farming-Vertriebsmanagern, die einen ganz engen Draht zu Landwirten und Züchtern haben. Die Basis seiner Arbeit am frühen Morgen ist das Vion FarmingNet (siehe Infokasten). Hier bereitet er die Tagesplanung mit den aktuellen Schweine- und Ferkelzahlen im Bestand der Landwirte vor.

Tonnie erkennt sofort, wenn etwas nicht stimmt. Hat ein Landwirt mehrere beanstandete Tiere zum Schlachten geschickt, wird er aktiv, besucht den Hof, sieht nach dem Rechten und versucht, das Problem zu lösen. Oft geht er noch einen Schritt weiter und fährt auch bei dem dazugehörigen Züchter vorbei. Es ist wichtig, dass alle Partner der Lieferkette auf demselben Kenntnisstand sind, und Tonnie ist dafür der Garant. Alle Daten und Informationen pflegt er ins FarmingNet ein – nichts geht verloren.


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