NEUE ABRECHNUNGSMODELLE
Stabile Preise fürs Schwein

„Good Farming Balance“ heißt das neue Einkaufssystem von Vion, dass Frans Stortelder, Chef der Schweinefleischdivision am Standort Emstek in Niedersachsen vorgestellt hat. Dieses System ist bereits vor mehr als einem Jahr von Vion in den Niederlanden eingeführt worden und es erlaubt den Landwirten in der Produktion mehr Streuung bei den Gewichten und bei den Fleisch-Fett-Verhältnissen. In der Preisfindung will Vion für Landwirte und Fleischunternehmen kalkulierbare und stabile Preise erzielen.

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Mein Ziel ist es, für Schweinefleischerzeuger den Deckungsbeitrag zu verbessern und das Verhältnis zum globalen Handel auf eine neue Basis zu stellen“, sagte Stortelder. „Das Risiko der schwankenden Preise liegt zurzeit nur bei den Bauern und beim Fleischunternehmen, das kann so nicht bleiben.“ Der COO Pork sieht es als seine Pflicht an, für jedes Schwein, das Vion schlachtet, in der globalen Vermarktung die höchsten Preise zu erzielen. Das könne aber nur mit einer optimalen Wertschöpfung und einer engen Verzahnung in der Lieferkette zwischen Landwirten und Fleischunternehmen gelingen.Dabei sei es wichtig, eine verlässliche Kalkulationsbasis für beide Seiten zu erreichen. Die neuen Liefermodule „Basis“, „Breit“ und „Robust“ sollen in einer Testphase eingeführt werden, unterscheiden sich aber von Holland, weil der deutsche Absatz anders orientiert ist. Es sei aber zu erwarten, dass sich das System in Deutschland ähnlich entwickelt. Die Module unterscheiden sich nach Gewichtsklassen und Magerfleischanteil. Unter „Breit“ fallen Tiere zwischen 76 und 113 Kilo und unter „Robust“ die fetten Schweine mit einer Speckdicke zwischen 14 und 22 Millimeter. 

Passend dazu werden drei Preissysteme eingeführt, die sich nach Wochenpreis (wie bisher), Preisindex-Garantie und einem langfristigen Preis unterscheiden. Stortelder: „Die Preisindex-Garantie berücksichtigt die Preisentwicklung in anderen europäischen Ländern. Bei dem langfristigen Preis kann der Bauer zwischen einem festen 3-Monats- oder 6-Monats-Preis wählen. Der langfristige Preis soll als ein Risiko-Management-Instrument gesehen werden mit dem Ziel, das Preisrisiko nach unten abzudecken.“