Ministerlob und Tierschutzlabel
Mit Bild, RTL, NDR und Co. auf den Fersen des Ministers

Wenn der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer unterwegs ist, dann sind die Medien nicht weit. Gut so – denn bei seiner Besichtigungstour von zwei Vion Zucht- und Nutzvieh-Betrieben war er voll des Lobes: „Schmuddelecke“ war gestern.

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Von wegen Bio-Minister. Christian Meyer kann auch anders. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister besuchte zwei konventionelle Schweinemäster in der Lüneburger Heide. Und er lobte sie. Denn Karl Harleß und Christoph Becker mästen ihre Schweine nach den Labelkriterien der Einstiegsstufe des Deutschen Tierschutzbundes.

Wenn der grüne Politiker auf Reisen geht, sind die Medien nicht weit. Bild, RTL, Sat1, NDR sowie viele Regional- und Lokalzeitungen im Gefolge, durchschreitet der Minister im Blaumann die Schweineställe, erst bei Harleß in Linden (Kreis Uelzen), dann bei Becker in Reddingen (Heidekreis). Was er sieht, findet seine Anerkennung.

„Das ist eine deutliche Verbesserung der konventionellen Tierhaltung.“

„Aber erst der Anfang auf dem Weg zu mehr Tierschutz“, sagt der Minister. Er freue sich über die große Bereitschaft der Landwirte, gemeinsam an Verbesserungen der Tierhaltung zu arbeiten. „Diese ausgestreckte Hand nehme ich gern an und weiß das zu würdigen. Unsere Tierhalter gehören nicht in die Schmuddelecke“, bilanzierte Meyer, „sondern sie können mit ihrer Erfahrung helfen, mehr Tierschutz in der konventionellen Tierhaltung zu verwirklichen.“

Das Ergebnis der Besichtigungstour auf den Vion-Betrieben kann sich sehen lassen: Meyer hat eine finanzielle Unterstützung der Demonstrationsbetriebe des Tierschutz-labels zugesagt, damit weitergeforscht werden kann. Das Land Niedersachsen fördert damit das vom Fleischkonzern Vion unterstützte und forcierte Tierschutzprojekt in der konventionellen Schweinemast.