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Fokus liegt auf nachhaltiger Produktion

Mit dem Start des Tierschutzlabels für die Fleischvermarktung von Milchkühen setzte Vion als größter Rindfleischproduzent Deutschlands im August 2018 bundesweit ein Zeichen. COO Beef Bernd Stange und Lebendvieh-Einkaufschef Paul Daum sind von ihrer Strategie für 2019, die einen starken Fokus auf nachhaltige Produktion legt, überzeugt.

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„Neben der Rasse und der Qualität sind Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit die entscheidenden Kriterien für die Fleischproduktion der Zukunft“, sagt Stange. „So gelingt es, Rindfleisch im Lebensmitteleinzelhandel ein attraktiveres Image zu geben.“ Paul Daum, der das Tierschutzlabel Rindfleisch für Vion im Handel platzieren soll, hat beobachtet, dass „das Interesse des LEH an hochwertigen Herkünften zuletzt gestiegen ist“. Das traditionell teurere Rindfleisch wurde in den letzten Jahren immer stärker nachgefragt, was laut Stange „von der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland“ und der positiven Einkommenssituation befördert wurde. 

Vions Strategie, bereits vor mehr als fünf Jahren verstärkt auf Premiumprodukte unter dem Markennamen „Goldbeef“ in gereifter Qualität zu setzen, hat auch im abgelaufenen Jahr wesentlich zu der positiven Ertragssituation beigetragen und wird auch in 2019 keinen unwesentlichen Ergebnisbeitrag liefern. „Diese Fokussierung auf hochwertige Rindfleischqualität ist bei Vion verbunden mit der Verknüpfung der Rassen. Wir haben in Süddeutschland Simmentaler Fleckvieh für die gehobenen Ansprüche von Verbrauchern und Gastronomen salonfähig gemacht“, sagt Daum. „Diesen Weg beschreiten wir nun verstärkt in 2019 auch mit unserer norddeutschen Rasse Holstein-Friesian.“

Die lange Trockenperiode in 2018 und die dadurch bedingte erhöhte Zahl an Schlachtungen von weiblichen Tieren hat Auswirkungen auf das kommende Jahr. Der Anteil von Kühen und Färsen in der Schlachtung werde zurückgehen, insgesamt prognostizieren die Experten einen Rückgang der Erzeugung um bis zu 2,8 Prozent. Im Gegenzug wird ein Anstieg der Preise erwartet. Daum: „Ich denke, dass der Preis für Kühe auf 3 Euro plus x pro Kilo steigen wird, auch die Jungbullenpreise werden um 2 bis 3 Prozent anziehen.“

Gegenläufig zur Nachfrage nach Rindfleisch verhält sich die Erzeugung. In 2018 hatte Deutschland nur noch einen Selbstversorgungsgrad von 95 Prozent. Deutschland ist auf Importe angewiesen. Damit öffnet man allerdings den Importen aus Südamerika Tür und Tor. Argentinier, Uruguayer und Brasilianer lieferten gleich 11 Prozent mehr Rindfleisch. „Diese traditionellen Exportländer von Rindfleisch und die USA werden in den nächsten Jahren ihre Rindfleischerzeugung ausweiten“, ist Stange sicher. „International besteht eine hohe Nachfrage für Rindfleisch, nicht nur auf den asiatischen Märkten.“ Märkte, die Vion im Fokus hat. Nachdem Goldbeef in Europa zur begehrten Marke geworden ist, wird bayerisches und norddeutsches Rindfleisch verstärkt auch in Fernost und in den Golfstaaten geordert.