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Vorsichtiger Optimismus bei Stabübergabe

Nun ist der Stab übergeben – Vion hat einen neuen COO Pork. Noch wenige Wochen vor der Stabübergabe von Vions Chief Operation Officer Pork Frans Stortelder (Foto links) an seinen bisherigen Stellvertreter John de Jonge (Foto rechts) äußerten sich beide zur Entwicklung auf dem Schweinefleischsektor. Auf das Jahr 2018 blicken sie mit Skepsis zurück, sehen aber auch positive Entwicklungen im Markt.

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Wir waren gut ins Jahr 2018 gestartet, hatten gute Preise und richteten uns auf ein positives Jahr ein“, sagt de Jonge. In der zweiten Jahreshälfte seien die Fleischunternehmen dann aber sehr stark unter Preisdruck geraten. Das Angebot wurde größer, gleichzeitig ging die Inlandsnachfrage zurück. Dadurch wird das Gesamtergebnis der Branche stark belastet.

Frans Stortelder nennt die Gründe: „Zwei wichtige Entwicklungen haben zur Jahresmitte den Markt in diese zwei unterschiedlichen Hälften geteilt. Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat großen Einfluss auf die weltweiten Geschäfte mit Schweinefleisch gehabt. Zwar haben die Chinesen durch den Ausfall der US-Lieferungen ihre Nachfrage in Europa verstärkt, aber das hat nicht viel gebracht. Denn die Amerikaner haben global gesehen andere Märkte aufgemacht und zu Preisen beliefert, zu denen wir in unseren Heimatländern in Westeuropa nicht produzieren können. Die amerikanischen Konkurrenten liefern zu Preisen, die für europäische Wettbewerber nicht marktgerecht sind. Und natürlich können wir die Afrikanische Schweinepest nicht wegdiskutieren. Die Afrikanische Schweinepest beeinflusst ebenfalls das internationale Geschäft. Das ist der Stand Ende 2018.“

Dennoch blicken die beiden Vion-Schweinefleischmanager nicht düster in die Zukunft. John de Jonge: „Wir nehmen durchaus positive Signale wahr. Erste zarte Anzeichen bekommen wir aus Asien und vor allem aus China, dass in den nächsten Monaten die Nachfrage steigt.“ Ohne eine solche Unterstützung aus China für den Weltmarkt wäre allerdings eine Wende nicht zu schaffen. Die Heimatmärkte in Westeuropa können den Rückgang in der Nachfrage nicht tragen.

Zudem baut Vion sehr stark auf das Kettenkonzept „Good Farming Balance“, das die nachfrageorientierten Märkte in den Fokus nimmt. „Nur wenn wir gemeinsam vom Landwirt über den Fleischkonzern bis hin zum Handel eine verlässliche Lieferkette aufbauen, können wir in den nächsten Jahren international und im Heimatmarkt eine Kontinuität schaffen, um nicht mehr so abhängig von Tagespreisen und tagespolitischen Ereignissen zu sein“, sagt Stortelder. „Da liegt eine ganz Welt für uns offen.“