Engere Ketten aufbauen
Lotgerink: „Brauchen weniger Menge und mehr Qualität!“

Die Marschroute von Vions CEO Ronald Lotgerink ist klar: Der Aufbau nachhaltiger Lieferketten ist für die Zukunft der Branche unerlässlich. In seinen Vorträgen über die Zukunft der Nutztierhaltung und Fleischproduktion weist er immer wieder genau darauf hin.

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Wenn alles normal läuft, ist der Chinaboom in drei Jahren vorbei. Wir müssen für die Zeit danach mit der Landwirtschaft und dem Handel neue Konzepte entwickeln und engere Ketten aufbauen“, sagte Lotgerink in seinem Impulsreferat vor 800 Gästen in Münster. Bei einem Rückgang des Fleischkonsums um etwa drei Prozent im Jahr müsse sich die Branche darauf einstellen, dass in zehn Jahren in West- und Nordeuropa ein Drittel weniger konsumiert werde.

„Wir brauchen also nicht mehr die Menge wie bisher, wir brauchen Qualität. Und dafür ist es wichtig, schon heute Ketten aufzubauen, in denen wir genau die Fleischteile bekommen, die gewünscht werden“, mahnte Lotgerink.

Dazu seien andere Rassen, mehr Nachhaltigkeit, eine andere Fütterung und andere Gene notwendig. „Wir haben bereits eine Produktionskette gebildet, die neben dem Tierschutz auch den Klimaaspekt in der Fleischproduktion berücksichtigt. Das weisen wir auf den Verpackungen in der Fleischtheke aus.“ Lotgerink möchte diese Qualitätsketten mit seinen Kunden auf der Erzeuger- und Vermarktungsseite etablieren. Das sei die Zukunft mit höherem Ertrag bei weniger Volumen. Die Anforderungen der Kunden in den Heimatmärkten verlangten von Vion eine Spezialisierung. Daher wolle er bessere Produkte anbieten.

Insgesamt wird es nach seiner Meinung eine Segmentierung des Marktes geben. Beispielhaft nannte Lotgerink das niederländische Tierwohlprogramm „Beter Leven“, die Schinkenproduktion Robusto und die Biolinie „De Groene Weg“. „Für diese Programme haben wir bei Vion mit den Landwirten langfristige Lieferverträge abgeschlossen.“ 

In den Niederlanden sammle Vion Erfahrung mit Konzepten, die – angepasst an die lokalen Bedürfnisse – auch in Deutschland und ganz Nordeuropa umgesetzt werden können. In Asien und Afrika steigt bis auf Weiteres die Nachfrage nach Fleisch. Diese Weltmärkte werde Vion weiterhin auf traditionelle Weise bedienen. „Unsere Heimatmärkte erfordern jedoch eine Spezialisierung. Wir müssen bessere Produkte anbieten. Unser Ziel ist es, bereits in der Lieferkette zwischen verschiedenen Märkten differenzieren zu können“.