Rinder-News

„DER ABWECHSLUNGSREICHSTE JOB DER WELT“

18-12-2020

Seit Jahren Partner der Vion Zucht- und Nutzvieh

Thies Karstens ist Vollblutlandwirt. Für ihn war schon immer klar, dass er den -elterlichen Rinderhof in der Bauernschaft Röst übernehmen würde. Heute weiß der 46-Jährige, dass er alles richtig -gemacht hat. Hoch im Norden, im vom rauen Klima geprägten Dithmarschen, übt der „Vollblutbauer“ (Thies Karstens über Thies Karstens) den „abwechslungsreichsten Job der Welt“ aus. Die Vion Zucht- und Nutzvieh nimmt ihm seine gesunden Tiere immer gerne ab.

Da spricht einer, der sein Glück wohl gefunden hat. Mit Ehefrau Karen, zwei 17 und 19 Jahre -jungen Töchtern, dem 15-jährigen Sohn Mattes, dem Australian Shepherd Nala und zwei Pferden bewirtschaftet er gleich rechts am Dorfeingang seinen Hof, Stammsitz der Familie Karstens. Hinter dem aus rotem Backstein gemauerten Haupthaus liegen modernste Stallungen für 200 Kühe, 200 Mastbullen und 150 Kälber aus der eigenen Nachzucht. „Für mich gab es nichts anderes“, sagt Thies Karstens. Landwirtschaft war für ihn schon immer „Leidenschaft, Berufung, Hobby und Urlaub“. Alles zusammen. Die Familie ist auch immer dabei. Besser kann es für Thies Karstens nicht laufen, hat man den Eindruck.

Morgens und abends kommt Vater Hans die Dorfstraße herunter, um beim Melken zu helfen. Zwischendurch backt die Mutter den besten Bienenstich Schleswig-Holsteins für Gäste und die Großfamilie. Vater Hans, der im nächsten Mai seinen 70. Geburtstag feiert, steht noch voll im Saft. Er hat zwar losgelassen und Thies die alleinige Verantwortung für den Hof übergeben, aber als Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der NFZ Erzeugergemeinschaft Schleswig-Holstein ist er noch mitten im Tagesgeschäft und weiß genau, was läuft in der Viehwirtschaft. Die wirtschaftliche Verantwortung daheim liegt aber allein beim Hofnachfolger.

Und der hat in den vergangenen Jahren mächtig investiert. Kuhstall mit Melkanlage, eine neue Halle, Kälberstall und nach einem Großbrand Neubau und Erweiterung des Kuhstalls. Damit nicht genug, Thies Karstens plant jetzt die Erweiterung der Kuhherde auf 230 Tiere. Zusammen mit einem Mitarbeiter und einem Auszubildenden pflegt und versorgt er seine Rotbunt-DN, die Doppelnutzungsrinder Milch und Fleisch. „Ich gebe meinen Tieren alles, was sie brauchen und sich wünschen. Ich bekomme alles von ihnen zurück.“ Deshalb pflegt er die Boxen mit viel Einstreu, überall kommt Stroh rein. „Jede Kuh findet Stroh geil“, sagt Thies Karstens. Er scheint es zu wissen. Den Mist nutzt er anschließend als -Naturdünger auf seinen Feldern und schwärmt von der Humusbildung. Auf 170 Hektar Fläche wachsen aus-reichend Futtermais und Getreide, 70 Hektar sind Grünland.

Der Erfolg zeigt sich an den Zahlen, die stimmen. Auch wenn er keine Hochleistungskühe im Stall stehen hat – das geht bei dieser Rasse ja auch nicht –, so sind sie mit einer Durchschnittsleistung von 8.900 Litern doch vorn dabei. „Es kommt nicht unbedingt auf die Menge an, die Inhaltsstoffe in der Milch sind wichtig.“ Und die sind hoch in der Karstens-Milch, „das wird extra vergütet“, sagt der Chef, der sich gern als Manager des Hofes sieht. „Die Nebenerlöse sind wichtig.“ Hinzu kommt natürlich die Fleischvermarktung. Die Rotbunt-DN sind etwas kräftiger in der Statur und bringen im Schnitt 430 Kilogramm Schlachtgewicht auf die Waage. „Es ist kein Zuchtziel, alte Kühe zu haben“, erklärt der Bauchgefühl-Bauer sein Wirtschaften. „Wenn sie als Milchkuh ausgedient haben, können sich die Kühe ausruhen und werden nachgemästet, natürlich ohne Kraftfutter.“

Man hat den Eindruck, hier oben im Norden ist die Welt der Rinderzucht noch in Ordnung. Thies Karstens vermittelt zumindest diesen Eindruck, er ist und bleibt positiv. Auch in Zeiten, da die Landwirtschaft allgemein unter den Folgen der Corona-Pandemie mächtig leidet und die Erzeugerpreise in den Keller gerutscht sind? Wie geht das? „Nach jedem Tal kommt ein Hoch! Wir haben unsere Kosten im Griff, das habe ich auf der Meisterschule in Rendsburg gelernt und fortan umgesetzt.“

In der Corona-Zeit hat die Familie -Karstens ohnehin ganz besondere -Erfahrungen gemacht. Die Freunde von Sohn Mattes kamen in der Zeit des -ersten Lockdowns tagsüber auf den Hof, haben viel gelernt, haben mit -angepackt. Das war für sie offenbar ebenso spannend wie Kicken im Fußballverein. Und für den jungen Karstens war es ebenso wichtig, weil seine Kumpels den Aufenthalt auf dem Hof außerordentlich schätzten. „Es ist nicht leicht, die jungen Leute heute in die Landwirtschaft zu bekommen“, sagt Vater Thies. Aber er ist optimistisch, dass der 15-Jährige eines Tages den Hof übernimmt. „Ich habe den Betrieb so aufgebaut, dass er in 20 Jahren noch existenzfähig ist.“ Sollte der Sohnemann aber kein Interesse haben, dann ist es halt so. „Ich helfe ihm gerne beim Betriebsübergang, aber in zehn Jahren möchte ich wissen, wie es weitergeht. Wenn er es nicht macht, dann schließe ich mit 60 hier ab.“ Hier oben auf dem Land spricht man norddeutsch klar! Da gibt es keine zwei Meinungen.