Schweine-News

ENTWICKLUNG VON NEUEN TRANSPORTKONZEPTEN

18-07-2020

Wenns heiß ist fährt Vion nach Sommerfahrplan

Tiertransporte im Sommer müssen anders geplant werden als im Winter. Darin sind sich alle Beteiligten der Lieferketten einig. Vion Manager entwarfen jetzt ein neues Konzept für die heißen Monate des Jahres. Stephan Frerichs, Dr. Stephan Kruse (beide verantwortlich für den Einkauf der Schlachtschweine) und Paul Daum, verantwortlich bei Vion für den strategischen Lebendvieheinkauf Rin legten für Vion fest, das Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Tiere vor möglichem Hitzestress zu schützen. Die Vion Zucht- und Nutzvieh sowie Erzeugergemeinschaften und Viehhändler als wichtigste Lieferanten für Rinder und Schweine werden frühzeitig in die Planung einbezogen. Nach dem Plan von Kruse, Frerichs und Daum könnte es – je nach Temperaturlage – im Hochsommer notwendig werden, die Tiere in den kühleren Nachtstunden zu fahren und anzuliefern.

„Wir können die Klimaveränderung nicht ausblenden“, sagt Stephan Kruse. „Das vergangene Jahr hat uns gezeigt, dass wir für die Sommerzeit einen klaren Plan benötigen, der mit unseren Lieferanten frühzeitig abgestimmt wird.“ Einzelne Bundesländer, so Paul Daum, sind ebenfalls in der Diskussion. Er befürchtet, dass es in den Bundesländern zu unterschiedlichen Temperatur- und Transportanforderungen kommen könnte, die die Transporte zusätzlich erschweren würden. So weit soll es 2020 nicht kommen, deshalb bereitet Vion ein Maßnahmenpaket vor.

Beispiel Emstek in Niedersachsen: Vions größter Schweineschlachtbetrieb in Deutschland mit einer Genehmigung für mehr als 10.000 verarbeitete Tiere am Tag verfügt über eine Stallkapazität von 1.500 Tieren. „Das reicht für zwei Stunden“, sagt Frerichs. „Damit können wir aber eine Tagesproduktion an unserem wichtigsten Standort nicht aufrechterhalten. „Das ganze System muss darauf abgestimmt werden, nicht nur bei Vion, sondern auch bei den Landwirten und den Viehfahrern. Das bedeutet, dass unsere Bauern dann schon in den späten Abendstunden und mitten in der Nacht laden müssen.“ Für sie ist das wichtig, um die Futterrationen für die Tiere entsprechend anzupassen. Die Tiere sollen nüchtern angeliefert und schon einen halben Tag vor der Anlieferung von den Bauern auf Diät gesetzt werden.

Beispiel Waldkraiburg in Bayern: Vions größter Rinderschlachtbetrieb mit einer Kapazität von 5.000 Tieren in der Woche bereitet sich wie alle anderen Standorte auf die heiße Jahreszeit besonders vor. Auch dieser Betrieb, so Paul Daum, verfügt über eine Stallkapazität von zwei Stunden. Im Stall sorgt eine Lüftungsanlage bereits heute an heißen Tagen für eine frische Brise zur Entlastung der Tiere. Auch bei Rind werden bereits unterschiedliche Szenarien vorbereitet, u. a. auch, die Anlieferungen bei länger anhaltenden hohen Temperaturen z.  B. in die kühleren Tages- und Nachtzeiten zu verlegen. Dies bedeutet dann eine Umstellung vieler externer sowie interner Prozesse. „Wir denken intensiv über angepasste Betriebsabläufe nach“, so Daum, „falls das Thermometer längerfristig in die Höhe steigt.“

Vion will alle Beteiligten informieren, damit sie vorbereitet sind. „Wir sind mit den Erzeugergemeinschaften und dem Viehhandel eng verzahnt“, so Kruse und Daum. Der Deutsche Wetterdienst liefert vorausschauend die Daten. Die Strategen bei Vion verlassen sich auf die Prognosen der Meteorologen, die mindestens mit einer Woche Vorlauf schon absehen können, wie hoch die Temperatur klettert.