Rinder-News

Rosé-Kälber – erfolgreicher Start von Vion Bad Bramstedt

08-11-2021

Wir suchen Rosémäster

Die Vion Food Group gehört zu den wenigen spezialisierten Unternehmen in Deutschland, die Rosékälber schlachten und auch erfolgreich vermarkten. Im Mai dieses Jahres hat Vion nun auch am nördlichsten Schlachtbetrieb des Unternehmens, in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein, aus strategischen Gründen erstmalig die Schlachtung von Rosékälbern aufgenommen.

Der Bereich Roséfleischerzeugung hat sich in sehr kurzer Zeit als wichtiger Faktor für den Vion-Standort und seinen angegliederten Zerlegebetrieb entwickelt und soll über die derzeit wöchentlichen Schlachttermine hinaus in den kommenden Monaten deutlich ausgebaut werden.

„Zu diesem Zweck haben wir mit dem Fokus auf Tierwohl am Standort Bad Bramstedt noch einmal erheblich in diese spezielle Kälber-Schlachtung  investiert und alle konkret mit der Rosé-Fleischerzeugung verbundenen Prozesse weiter optimiert“, erklärt Pascal Keppler, Geschäftsführer von Vion in Bad Bramstedt.

Zerlegt und vermarktet werden die Rosékälber am Vion Standort Hilden in Nordrhein-Westfalen.  Neuland ist dies nicht, der Standort Hilden zerlegt und vermarktet schon seit Jahren sehr erfolgreich Rosékälber. Bislang wurden diese Kälber jedoch von Dritten geschlachtet und mussten zugekauft werden. Damit soll es nun vorbei sein, die Kälber sollen vorwiegend in den eigenen Vion Häusern geschlachtet werden. Hilden hat sich mit Kalbfleisch am Markt einen Namen gemacht und sehr gut positioniert.  In den vergangenen Jahren wurde eine stetig wachsende Stammkundschaft aufgebaut, deren zunehmende Nachfrage nach deutschem Kalbfleisch es auch künftig über steigende Kälberschlachtungen vorrangig in Bad Bramstedt kontinuierlich mit entsprechenden Mengen zu bedienen gilt.

 „5 mal D“.

Geboren, gemästet, geschlachtet, zerlegt und verarbeitet werden die Kälber ausschließlich in Deutschland. Fünf Bedingungen, die für Vion – analog zur „Kontrollgemeinschaft Deutsches Rindfleisch“ (KDK) – unabdingbar sind. „So bieten wir Verbrauchern eine lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Produktionskette und können Vertrauen in die heimische Erzeugung gewährleisten“, so Pascal Keppler.

Bei einem Selbstversorgungsgrad für Kalbfleisch insgesamt in Deutschland von gerade mal ca. 50% sieht Vion ein erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum in diesem Bereich. „Die Vermarktung der in Bad Bramstedt geschlachteten Kälber ist also sicher“, erklärt Dr. Holger Looft, Geschäftsführer der Vion Zucht- und Nutzvieh GmbH, von der die Landwirte die Rosé-Kälber aufstallen lassen können.

„Dabei ist deren Mast sowohl von der Aufstallung als auch der Fütterung her der von Jungbullen sehr ähnlich“, so Looft. „Mit einem Alter von 10 Wochen werden die Kälber, die im Alter von 2 bis 3 Wochen nach Zukauf von uns aufgestallt werden, auf den Mastbetrieben von der Milch entwöhnt und bekommen ausschließlich eine Mischration aus betriebseigenem Grundfutter und Kraftfutter“. Im Ergebnis ist das Fleisch der Milchmastkälber hellrosa. Sehr genau zu beachten ist, dass die Tiere nur bis zu einem Alter von maximal 8 Monaten bei Schlachtung noch als Kälber gelten.

Kurze Wege, die dem Tierschutz Rechnung tragen

„Als besonders gut für die Rosémast geeignet, haben sich Holstein-Friesian Bullkälber bewährt“, so Loofts Erfahrung. Diese Kälber aus der Milchviehhaltung – bei Bullenmästern aufgrund der im Vergleich zu Fleischrassen und Kreuzungstieren deutlich geringeren Zunahmen und Fleischleistungen nicht sehr gefragt – werden derzeit noch von Schleswig-Holstein genauso wie von anderen Bundesländern aus im Wesentlichen in die Niederlande vermarktet. Mit einem großen Handicap: Die Transportfähigkeit von Kälbern steht schon seit längerem immer wieder in der gesellschaftlichen Diskussion. Gerade erst ist das Mindestalter für zu transportierende Kälber in der ab Ende kommenden Jahres geltenden Tierschutztransportverordnung von 14 Tagen auf 28 Tage heraufgesetzt worden. Und vorbehaltlich weiterer Transportbeschränkungen ist die Vermarktung in den Niederlanden für Tiere aus Schleswig-Holstein ohnehin schon mit langen Fahrzeiten verbunden.

„Unser gemeinsames Ziel mit den Landwirten sollte es einfach sein, regionale Lösungen vor Ort zu finden, die einerseits den Kälber-Markt entlasten und andererseits den Tierschutz berücksichtigen und die Transportwege verringern“, so Vion-Geschäftsführer Pascal Keppler.

Und insoweit, ergänzt Vion-Manager Holger Looft, „ist es nur naheliegend, dass Vion interessierten Milchviehhaltern und Mästern, gerne zukünftig auch Wieder- und Neueinsteigern,  mit der gesicherten Abnahme, Schlachtung und Vermarktung von Rosekälbern ab sofort eine Möglichkeit bietet, die Kälber zukünftig im Land zu halten“.  In diesem Sinne nimmt Vion über seine Tochter (VZUN) bereits heute Rosekälber von in Schleswig-Holstein, im nördlichen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Mästern zur regionalen Schlachtung auf und ist stetig auf der Suche nach neuen Partnern.